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Hildebrandt & Röder Kommunikationsberatung

Kollegiale Beratung


Die Methode

 

In einer Beratungsgruppe von mindestens fünf bis maximal neun Teilnehmern, die sich regelmäßig zur Fall-
besprechung treffen, trägt pro Beratungsdurchgang je ein Teilnehmer sein Anliegen vor. Ein Beratungsdurchgang dauert ca 30 bis 45 Minuten, so dass sich in einem Zeitraum von z.B. drei Stunden drei bis vier Praxisfälle bearbeiten lassen.

 

Geeignete Praxisfälle

Bei den beruflichen und arbeitsbezogenen Praxisfällen der Teilnehmer kann es sich um Fragen handeln, welche

  • die eigene Person zum Thema haben wie die eigene Arbeitsweise, Haltungen, mögliche Auswirkungen des eigenen beruflichen Verhaltens auf das Umfeld (z.B.: „Wie kann ich meine Aufgaben mit großer Sorgfalt erledigen, ohne dafür zu viel Zeit zu benötigen?“)
  • den Umgang mit schwierigen Situationen betreffen wie Veränderungen, neue Aufgaben, gestörte Arbeitsabläufe (z.B.: „Wie kann ich sicherstellen, dass alle anfallenden Aufgaben auch dann noch zufriedenstellend erledigt werden, wenn gleichzeitig mehrere eingeplante Mitarbeiter ausfallen?“)  
  • die Beziehungs- und Interaktionsgestaltung im zwischenmenschlichen Bereich betreffen wie Störungen in der Zusammenarbeit und Kommunikation mit anderen Personen (z.B. mit Kunden, Kollegen, Mitarbeitern, Vorgesetzten) im Arbeitsumfeld (z.B.: „Wie kann ich angemessen reagieren, wenn mein Kollege seine Abmachungen nicht einhält?“) 

 

Strukturiertes Vorgehen

Was im Berufsalltag häufig informell zwischen „Tür und Angel“ oder bei einer einfachen Besprechung an Beratungs-
aktivitäten geschieht, erhält in der kollegialen Beratung eine einfache und klare Struktur, die zum einen eine stabile Orientierung für die Gruppenteilnehmer bietet und zum anderen sicherstellt, dass alle wesentlichen Schritte für eine wirksame Problembearbeitung durchlaufen werden. Dieser feste und gleichbleibende Ablauf beruht zudem auf den Prinzipien erfolgreichen Problemlösens:

  • Strikte Trennung von Problembeschreibung  und Lösungsfindung: Diese stellt sicher, dass das Anliegen zuerst genau exploriert und verstanden wird, bevor passende Lösungen gesucht werden, die den herausgearbeiteten Kern des Anliegens auch wirklich treffen
  • Ziel- und Lösungsorientierung
  • Berücksichtigung und Verknüpfung vieler unterschiedlicher Perspektiven bei der Lösungsentwicklung


Es sind mehrere Varianten der kollegialen Beratung möglich, die sich in ihrer Komplexität unterscheiden und von uns – immer am Bedarf der Zielgruppe orientiert – jeweils maßgeschneidert konzeptualisiert werden. So sind einfachere Verfahren für den Einsatz in Konferenzen/Besprechungen zur Themenbearbeitung möglich oder umfangreichere Vorgehensweisen als eigenständige Maßnahme für die ausschließliche Arbeit an Praxisfällen. Alle von uns angebotenen Varianten der kollegialen Beratung verfügen über einen in übersichtliche Phasen gegliederten Beratungsablauf, der ein systematisches Vorgehen erlaubt und Schritte wie die folgenden umfaßt:

   •  Schilderung einer Problemsituation aus der beruflichen Praxis
   •  Ein durch Fragen oder Hypothesen geleitetes, systematisches Untersuchen des geschilderten Praxisfalls
   •  Fokussierung auf eine konkrete Schlüsselfrage/Definition eines Ziels für die Beratung
   •  Entwicklung von Anregungen, Lösungen und Handlungsalternativen für die berichtete Situation
   •  Reflexion/Evaluation des Beratungsdurchgangs


Bei komplexeren Formen der kollegialen Beratung besteht für die Gruppe die Möglichkeit, aus einem Fundus von kreativen Beratungsmethoden einen Methodenbaustein auszuwählen, mit dem sie jeden Praxisfall gezielt und abgestimmt auf die Bedürfnisse des jeweiligen Teilnehmers beraten kann. Diese Methoden werden auch von professionellen Beratern angewendet, sind hier jedoch modifiziert für den Einsatz in einer selbstgesteuerten Beratungsgruppe. Die Wahl von Methodenbausteinen fördert die Kreativität und läßt das Beratungsgeschehen zu einer lebendigen, abwechslungsreichen und interessanten Erfahrung werden. So kann die kollegiale Beratung auch über einen längeren Zeitraum attraktiv für die Teilnehmer bleiben.

 

Definierte Aufgabenbereiche (Rollen)

Im Rahmen des strukturierten Beratungsablaufs übernimmt jeder Teilnehmer der kollegialen Beratungsgruppe einen bestimmten Aufgabenbereich (eine bestimmte Rolle) wie Fallerzähler (Ratsuchender), Moderator, Berater, Schreiber, Prozeßbeobachter. Mit diesen Rollen wird beschrieben, welche Aktivitäten in welcher Phase vom Einzelnen ausgeübt werden sollen. Dies aktiviert alle Teilnehmer gleichermaßen, sich aktiv an der Beratung mit ihrem jeweiligen Erfahrungshintergrund, Fachwissen und erworbenen Kompetenzen ihrer Berufspraxis zu beteiligen. Die Rollen wechseln mit jeder einzelnen Fallberatung. Die Teilnehmer konzentrieren sich auf den zu leistenden Beitrag, und bei dieser konzentrierten Auseinandersetzung mit den rollenkonformen Aufgaben wird auch die Entwicklung der kommunikativen und problemlöserischen Kompetenzen gefördert.

 

Voraussetzungen zur eigenständigen Durchführung der Methode

Soll die kollegiale Beratungsgruppe eigenständig ohne einen externen Berater arbeiten, sollten die Teilnehmer die Struktur der kollegialen Beratung kennen und über einige grundlegende kommunikative und beraterische Kompetenzen zu ihrer Durchführung verfügen. Zum Erwerb dieser Grundkenntnisse und zur Einführung in die kollegiale Beratung empfiehlt sich ein Einführungsseminar wie das von uns angebotene Starthilfeseminar.

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